Geschichte

Die Familienkirche in der Schmuckerau, Ausgabe 10/2001

(Aktualisiert bis Stichtag 03.01.2011)

Bild von Arch. Patzelt Foto: Architekt Josef Patzelt

Das Siedlungsgebiet der Wiener Neustädter Haupt- und Propsteipfarre (Dompfarre) weitete sich in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg rasch nach Westen aus. Auch im nördlichen Zehnerviertel, der sogenannten Schmuckerau, fand eine rege Bautätigkeit statt. Dies veranlasste Propst Arnold Dolezal, der 1958 Propstpfarrer der Dompfarre geworden war, auch in diesem Teil der Dompfarre (Im südlichen Teil bestand bereits seit 1932 die Filiale Erlöserkirche) eine Filialkirche zu errichten, um so näher bei den Menschen dieses Gebietes zu sein.

Bereits 1959 konnte nach raschen Vorarbeiten und der Aufbringung der nötigen Mittel der Grundstein gelegt werden. Durch den Einsatz der Schüler der HTL-Hochbau und vieler freiwilliger Helfer konnte der Neubau nach den Plänen von Architekt DI Josef Patzelt rasch vorangetrieben werden. Nicht unerwähnt soll in diesem Zusammenhang das Engagement der “Kirchenmutter” Theresia und des “Kirchenvaters” Ferdinand Weinschenk bleiben.

Der Bau (Planung Architekt DI Josef Patzelt), der mit einem Flachdach versehen ist, umfasst einen Kirchenraum in der Grösse von 200 m², eine Sakristei, einen kleinen Heimraum und sanitäre Anlagen. Die Einrichtung mit einem schlichten Holzkreuz, einem Volksaltar aus Holz, einer Konsole mit einer Muttergottesstatue, Holzbänken im Vorderteil und Stühlen im rückwärtigen Teil, der mit einer Faltwand abteilbar ist, ist sehr einfach gehalten, entbehrt jedoch nicht einer gewissen Heimeligkeit. Erwähnenswert sind auch der holzgeschnitzte Kreuzweg eines Vorarlberger Künstlers, die Seidenmalereien zu den jeweiligen Zeiten des Kirchenjahres von Frau Mag. Birgit Zagler sowie das Taufbecken von Frau Susanne Stadlbauer und die Statue der Heiligen Familie an der Rückwand der Kirche (Gespendet von Pfarrer Eduard Schipfer).

Nach der Fertigstellung wurde die Filialkirche im Oktober 1961 zu Ehren der Heiligen Familie durch Propst Arnold Dolezal eingeweiht. Kurat Herbert Winter, er wurde nach einigen Monaten bereits Pfarrer in Hainburg, war der erste Seelsorger an dieser Filialkirche. Nach ihm wirkten bis jetzt bereits weitere Kuraten in nachstehender Reihenfolge an dieser Kirche: Hermann Hofer, Heinrich Hahn, Hermann Krexner, Eduard Schipfer, Anton Faber, Josef Smolinski, Josef Grünwidl, Paul Jachim, Otto Piplics, Bernhard Pokorny, Peter Wilfling, Adrian Kacerik, Peter Ramsebner, sowie der derzeitige Kurat Martin Sumec.

Bald nach Beginn bildete sich ein reges pfarrliches Leben mit Gruppierungen von den Kindern bis zu den Erwachsenen heraus. Für diese Gruppen war der Heimraum bald zu klein, aber erst Ende der 80er-Jahre begannen die ersten Überlegungen für einen Zubau. Im Jahre 1990 war es dann soweit und es wurde mit dem mehr als notwendigen Vorhaben begonnen. Am 26. Oktober 1991, am 30. Jahrestag der Kirchweihe erfolgte dann durch Bischof Kuntner die Einweihung des Zubaues, der neben Küche und Abstellraum als Herzstück den sogenannten “Infantasaal” (Benannt nach der Wiener Neustädter Partnerdiözese auf den Philippinen) mit 60 m² als Veranstaltungsraum umfasst und seither stark frequentiert wird.

Viele Gruppen (Ministranten, Jungschar, Jugend, “Die Veteranen”, Mutter-Kind-Runde, Familienrunde, Kath. Arbeitnehmerbewegung, Bibelrunde, Seniorenrunde (uvm.) gestalten ein vielfältiges Gemeindeleben mit vielen Runden und Veranstaltungen.
Eucharistiefeiern sind jeweils am Sonntag um 9:30 und Mittwoch um 18:30. Die Zeiten des Rosenkranzgebetes, der Beichtgelegenheit, der Kreuzwege und Maiandachten, der Vorträge und Veranstaltungen sind jeweils im Schaukasten vor der Kirche bzw. am Anschlagbrett ersichtlich.

So steht dieses Gotteshaus mit seinem schlichten Glockenturm, der im Jahre 2001 von Frau Mag. Birgit Zagler künstlerisch gestaltet wurde, als Zeichen Gottes und des Glaubens der Menschen in der Schmuckeraugemeinde, deren Territorium mit etwa 3000 Einwohnern begrenzt wird durch die Zehnergasse, die Gemeindegrenze zu Bad Fischau, die Fischauergasse und den Bahndamm, zeugend davon, dass diese Gemeinde ein Teil ist der Dompfarre, des Dekanates Wiener Neustadt, des Vikariates unter dem Wienerwald, der Erzdiözese Wien und der Weltkirche.

Wiener Neustadt, am Fest der Heiligen Familie, 30. Dezember 2001

karlwatz

Kuraten (Stand 02/2009):

Propstpfarrer (Stand 01/2011):