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Familienkirche Schmuckerau

Geschichte

Die Familienkirche in der Schmuckerau, Ausgabe 5/2016

(Aktualisiert bis Pfingsten 2016)

Bild von Arch. Patzelt
Foto: Architekt Josef Patzelt

Das Siedlungsgebiet der Wiener Neustädter Haupt- und Propsteipfarre (Dompfarre) weitete sich in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg rasch nach Westen aus. Auch im nördlichen Zehnerviertel, der sogenannten Schmuckerau, fand eine rege Bautätigkeit statt. Dies veranlasste Propst Arnold Dolezal, der 1958 Propstpfarrer der Dompfarre geworden war, auch in diesem Teil der Dompfarre (im südlichen Teil bestand bereits seit 1932 die Filiale Erlöserkirche) eine Filialkirche zu errichten, umso näher bei den Menschen dieses Gebietes zu sein. Heute wird das Territorium mit etwa 5.000 Einwohnern durch die Zehnergasse, die Luchspergergasse, die Gemeindegrenze zu Bad Fischau, die Fischauergasse und den Bahndamm begrenzt.


Bereits 1959 konnte nach raschen Vorarbeiten und der Aufbringung der nötigen Mittel der Grundstein gelegt werden. Durch den Einsatz der Schüler der HTL-Hochbau und vieler freiwilliger Helfer konnte der Neubau nach den Plänen von Architekt Dipl. Ing. Josef Patzelt rasch vorangetrieben werden. Nicht unerwähnt soll in diesem Zusammenhang das Engagement der “Kirchenmutter” Theresia und des “Kirchenvaters” Ferdinand Weinschenk bleiben.


Der Bau, der mit einem Flachdach versehen ist, umfasste einen Kirchenraum in der Größe von 200 m², eine Sakristei, einen kleinen Heimraum und sanitäre Anlagen. Nach ihrer Fertigstellung wurde die Filialkirche im Oktober 1961 zu Ehren der Heiligen Familie durch Propst Arnold Dolezal eingeweiht. Kurat Herbert Winter, er wurde nach einigen Monaten bereits Pfarrer in Hainburg, war der erste Seelsorger an dieser Filialkirche. Nach ihm wirkten weitere Kuraten in nachstehender Reihenfolge an dieser Kirche: Hermann Hofer, Heinrich Hahn, Hermann Krexner, Eduard Schipfer, Anton Faber, Josef Smolinski, Josef Grünwidl, Paul Jachim, Otto Piplics, Bernhard Pokorny, Peter Wilfling, Adrian Kacerik, Peter Ramsebner, Martin Sumec sowie derzeit Tom Kruczynski.


Bald bildete sich ein reges pfarrliches Leben mit Gruppierungen von den Kindern bis zu den Erwachsenen heraus. Für die zahlreichen Aktivitäten dieser Gruppen war der Heimraum bald zu klein, aber erst Ende der 80er-Jahre begannen die ersten Überlegungen für einen Zubau. Im Jahre 1990 war es dann soweit und es wurde mit dem mehr als notwendigen Vorhaben begonnen. Am 26. Oktober 1991, am 30. Jahrestag der Kirchweihe erfolgte dann durch Bischof Kuntner die Einweihung des Zubaues, der neben Küche und Abstellraum als Herzstück den sogenannten “Infantasaal” (Benannt nach der Wiener Neustädter Partnerdiözese auf den Philippinen) mit 60 m² als Veranstaltungsraum umfasst und seither stark frequentiert wird.


Eröffnung Kirchenraum Neu

Im Jahr 2015 wurde der Kirchenraum komplett neu gestaltet und am 18. Oktober 2015 durch den Herrn Dompropst, Monsignore Karl Pichlbauer, feierlich gesegnet.
Das Projekt folgte dem bisher erfolgreichen Grundkonzept eines modernen Gotteshauses, das sowohl den Gemeindemitgliedern der Familienkirche aber auch allen Bürgern der Schmuckerau sowohl spirituelle als auch soziale Heimat sein soll. Mit der Ausrichtung des Altares nach Osten, einer dreischiffigen Deckengestaltung einschließlich eines zeitgemäßen Beleuchtungskonzeptes sowie mit einem Holzparkettboden werden im Kirchenraum gänzlich neue Raumakzente gesetzt. Die zentralen Gestaltungselemente an der „Seite des Sonnenaufganges“ bilden das schlichte, mächtige Holzkreuz sowie vier neue große Buntglasfenster. Der bildnerischen Künstlerin Mag. Birgit Zagler gelang die beeindruckende Gestaltung von drei Fenstern mit den Motiven Advent/Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Susanne Stadlbauer ihrerseits entwarf mit viel Kunstsinn das vierte Fenster als „Tabernakelfenster“. Eine neue Altargruppe, eine Holzstele mit der Muttergottesstatue, Holzbänke im Mittelschiff und Holzstühle im linken und rechten Seitenschiff runden das harmonische Bild des neuen Kirchenraumes ab. Durch seine Neuanordnung kommt der alte, holzgeschnitzte Kreuzweg eines Vorarlberger Künstlers zu ganz besonderer Geltung. Dies gilt auch für die von Pfarrer Eduard Schipfer gespendete Statue der Heiligen Familie die ihren neuen zentralen Platz im Ambo erhielt. Durch die vielfältige Licht- und Projektionstechnik bietet der neue Kirchenraum auch ausreichend Möglichkeiten zu Ausrichtung von verschiedensten Veranstaltungen.


Ministranten, Jungschar, Jugend, Familienrunde, Senioren, Katholische Arbeitnehmerbewegung, Theatergruppe, Bibelrunde, u.v.m. gestalten auch noch 55 Jahre nach der Kirchengründung ein vielfältiges Gemeindeleben und fördern den liturgischen und sozialen Geist in der Familienkirche. Die Feiern der heiligen Eucharistie sind jeweils am Sonntag um 9:30 und Mittwoch um 18:30. Die Zeiten des Rosenkranzgebetes, der Beichtgelegenheit, der Kreuzwege und Maiandachten sowie von Vorträgen und Veranstaltungen sind im Schaukasten vor der Kirche, am Anschlagbrett, im Pfarrblatt WIR bzw. auf der Homepage der Familienkirche (www.schmuckerau.at) ersichtlich.


So steht dieses Gotteshaus mit seinem schlichten Glockenturm, der im Jahre 2001 von Frau Mag. Birgit Zagler künstlerisch gestaltet wurde, als Zeichen Gottes und des katholischen Glaubens der Menschen in der Schmuckerau. Es zeugt davon, dass die Familienkirche eine Teilgemeinde der Haupt- und Propsteipfarre Wiener Neustadt, des Dekanats Wiener Neustadt, des Vikariates unter dem Wienerwald, der Erzdiözese Wien und der Weltkirche ist.


Wiener Neustadt, am Pfingstfest 2016,
15. Mai 2016
Karl Watz und Karl Fitsch

Kuraten der Familienkirche
(Stand: Mai 2016)
Propstpfarrer der Haupt- und
Propsteipfarre Wiener Neustadt
(Stand: Mai 2016)
Herbert Winter 10/61-1/62 Leopold Uhl 1958
Hermann Hofer 2/62-8/68 Arnold Dolezal 9/58-8/71
Heinrich Hahn 9/68-8/80 WB Florian Kuntner 9/71-8/87
Hermann Krexner 9/80-8/84 Heinrich Hahn 9/87-9/03
Eduard Schipfer 9/84-8/88 Wilhelm Müller 10/03-9/10
Anton Faber 9/88-8/89 Karl Pichelbauer 10/10-
Joszef Smolinski 9/89-8/91
Josef Grünwidl 9/91-8/93
Paul Jachim 9/93-8/96
Otto Piplics 9/96-8/01
Bernhard Pokorny 9/01-8/04
Peter Wilfling 9/04-8/05
Adrian Kacerik 9/05-8/07
Peter Ramsebner 9/07-8/11
Martin Sumec 9/11-8/13
Tom Kruczynski 9/13-