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Familienkirche Schmuckerau

Geschichte

Die Familienkirche in der Schmuckerau, Ausgabe 12/2017

(Aktualisiert bis Dezember 2017)

Bild von Arch. Patzelt
Foto: Architekt Josef Patzelt

Heute is unser Patroziniumsfest
Was genau ist a Patrozinium: im Lexikon steht

Als Patrozinium wird die Schutzherrschaft eines Patrons oder einer Patronin bezeichnet, der eine Einrichtung (Kirche, Spital, Schule) unterstellt wird.
Das Wort wird auch für das Hochfest gebraucht, an dem der Heilige gefeiert wird, dem die Kirche geweiht ist (Patronatsfest).
Heute feiern wir also das Hochfest der hl. Familie.

Drum – eine kleine Geschichte über die Entstehung unserer Kirche
Eher emotionell als vollständig.
Sachliches und genaues könnt ihr auf unserer Homepage nachlesen.

Jetzt stell ma uns vor, wir sitzen in einem Raumschiff und machen eine Zeitreise, sag ma 60 Jahre zurück bis zum Ende der 50-ger Jahre. Und da steign ma aus. Und was segn ma? NIX! Ka Kirchn – is klar, aba a ka Haus, ka Straßn, nur Schotter und Äcker – nur Gegend.

Und jetzt ehrlich: Wer kummat auf die Idee, da a Kirchn zu baun?!?
I kanns Euch verraten: der damalige Domprobst selber – da selige Arnold Dolezal.

Ist grad erst Domprobst geworden und plant gleich solche Sachen.
Ham wahrscheinlich ned alle a Freid ghabt mit eam!!

Und überhaupt: wie kommt er auf DIE Idee?
Sei Lebensinhalt war die Seelsorge. Und da vor allem die intensive Glaubenserfahrung in kleineren Gruppen, dezentral, in sogenannten „Runden“ – im Cursillo hams „Gruppen“ ghassn. Wo dadurch Laien in der Pfarre mitgestaltet haben. Und als geistiger Inhalt in diesen Runden waren unter anderem seine begnadeten Predigten sehr beliebt.

Er hat damals mitkriagt, dass da – in dieser kargen Gegend – gebaut werden soll.
Und um sicher zu gehen, ist er auf die Gemeinde, hat sich die Planung für die Stadtentwicklung angschaut. Und wirklich – da sollte gebaut werden.

Aber der Dom war weit weg von da, und er wollte, dass die Neuen Siedler net weit ham zur Kirchn – und hat des durchgesetzt, daß da a Kirchn gebaut wird – gegen alle Gegner.

Ja und wer baut in so ana Gegend – ned die Älteren, ned die Reichen – sondern junge Familien, die sich DA an Grund leisten konnten und mit Fleiß ein Häuschen baun.
Und da ist der Gedanke entstanden, diese Kirche – der hl.Familie zu weihen.

Ab 1959 hams geplant, Oktober 1961 war die Einweihung – zu Ehren der hl. Familie.

Ich wundere mich schon seit ich die Schmuckerau hier kenne, über den jugendlichen Elan und die vielen Aktivitäten, die da stattfinden. Jetzt bin draufkommen, warum:
Diese Jugend steckt schon in den Mauern!! Weil wieso?

Die Kirche wurde maßgeblich von Schülern der HTL Wr.Neustadt mitentworfen – unter der Leitung des Architekten Patzelt. Und die waren naturgemäß mit Feuereifer dabei – dieses Feuer und der Eifer spürst heute immer noch. Natürlich auch unzählige freiwillige und tüchtigen Helfern, vor allem auch die Arbeiterjugend.

Aber die Kirche hat natürlich ned glei so ausgschaut wie heut. War nur die Kirche, Sakristei, des heutige Jungscharkammerl – und natürlich a WC. Vü SchnickSchnack war ned drinnen, Wände etc. eher karg. Aber meistens bummvoll – des zöht.

Und rund herum entstand mit der Zeit a reges Pfarrleben, wo Jung und Alt ihren Platz gefunden haben. Grad so wie heute.

Und dass des funktioniert, hat der wort- und predigtgewaltige Probst Dolezal auch gleich am Anfang an Kaplan abgestellt, eigens für die junge und neue Kirche.

Ja – und da isses bald eng geworden – des klane Kammerl war zu wenig. Des war a Problem mit großen Festen – und schlechtem Wetter.

Des Göd war knapp – und so hat ma erst 1990 angefangen, den heutigen Zubau in Angriff zu nehmen. Ja WER? Die jungen Familien san eh voll ausgelastet, die Älteren hamm nicht mehr die nötige Energie. Es blieb also den ca. 40jährigen vorbehalten, das zu bewerkstelligen. Da waren die Kinder schon aus dem gröbsten raus, beruflich waren die Weichen auch schon gestellt und sie haben schon die Erfahrung, wie man solche Vorhaben realisiert. Und so wie damals der Probst Dolezal war es diesmal der charismatische Bischof Kuntner, der da entscheidend mit dabei war.

Und er hat er diesen Zubau eingeweiht – so wie er heute dasteht.
genau 30 Jahr nach der Einweihung – 26.Okt 1991

Ja und wieder 25 Joa später, also in der Gegenwart, hat die nächste mittlere Generation den Kirchenraum umgebaut – so wie wir ihn jetzt erleben dürfen – wunderbar – schön – harmonisch und genauso praktisch.

Jetzt Samma mit der Zeitmaschine wieder in der Gegenwart angekommen – und nur ER da oben weiß wie es in 25 Jahren da ausschauen wird.

Peter Culk


Das Siedlungsgebiet der Wiener Neustädter Haupt- und Propsteipfarre (Dompfarre) weitete sich in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg rasch nach Westen aus. Auch im nördlichen Zehnerviertel, der sogenannten Schmuckerau, fand eine rege Bautätigkeit statt. Dies veranlasste Propst Arnold Dolezal, der 1958 Propstpfarrer der Dompfarre geworden war, auch in diesem Teil der Dompfarre (im südlichen Teil bestand bereits seit 1932 die Filiale Erlöserkirche) eine Filialkirche zu errichten, umso näher bei den Menschen dieses Gebietes zu sein. Heute wird das Territorium mit etwa 5.000 Einwohnern durch die Zehnergasse, die Luchspergergasse, die Gemeindegrenze zu Bad Fischau, die Fischauergasse und den Bahndamm begrenzt.


Bereits 1959 konnte nach raschen Vorarbeiten und der Aufbringung der nötigen Mittel der Grundstein gelegt werden. Durch den Einsatz der Schüler der HTL-Hochbau und vieler freiwilliger Helfer konnte der Neubau nach den Plänen von Architekt Dipl. Ing. Josef Patzelt rasch vorangetrieben werden. Nicht unerwähnt soll in diesem Zusammenhang das Engagement der “Kirchenmutter” Theresia und des “Kirchenvaters” Ferdinand Weinschenk bleiben.


Der Bau, der mit einem Flachdach versehen ist, umfasste einen Kirchenraum in der Größe von 200 m², eine Sakristei, einen kleinen Heimraum und sanitäre Anlagen. Nach ihrer Fertigstellung wurde die Filialkirche im Oktober 1961 zu Ehren der Heiligen Familie durch Propst Arnold Dolezal eingeweiht. Kurat Herbert Winter, er wurde nach einigen Monaten bereits Pfarrer in Hainburg, war der erste Seelsorger an dieser Filialkirche. Nach ihm wirkten weitere Kuraten in nachstehender Reihenfolge an dieser Kirche: Hermann Hofer, Heinrich Hahn, Hermann Krexner, Eduard Schipfer, Anton Faber, Josef Smolinski, Josef Grünwidl, Paul Jachim, Otto Piplics, Bernhard Pokorny, Peter Wilfling, Adrian Kacerik, Peter Ramsebner, Martin Sumec sowie derzeit Tom Kruczynski.


Bald bildete sich ein reges pfarrliches Leben mit Gruppierungen von den Kindern bis zu den Erwachsenen heraus. Für die zahlreichen Aktivitäten dieser Gruppen war der Heimraum bald zu klein, aber erst Ende der 80er-Jahre begannen die ersten Überlegungen für einen Zubau. Im Jahre 1990 war es dann soweit und es wurde mit dem mehr als notwendigen Vorhaben begonnen. Am 26. Oktober 1991, am 30. Jahrestag der Kirchweihe erfolgte dann durch Bischof Kuntner die Einweihung des Zubaues, der neben Küche und Abstellraum als Herzstück den sogenannten “Infantasaal” (Benannt nach der Wiener Neustädter Partnerdiözese auf den Philippinen) mit 60 m² als Veranstaltungsraum umfasst und seither stark frequentiert wird.


Eröffnung Kirchenraum Neu

Im Jahr 2015 wurde der Kirchenraum komplett neu gestaltet und am 18. Oktober 2015 durch den Herrn Dompropst, Monsignore Karl Pichlbauer, feierlich gesegnet.
Das Projekt folgte dem bisher erfolgreichen Grundkonzept eines modernen Gotteshauses, das sowohl den Gemeindemitgliedern der Familienkirche aber auch allen Bürgern der Schmuckerau sowohl spirituelle als auch soziale Heimat sein soll. Mit der Ausrichtung des Altares nach Osten, einer dreischiffigen Deckengestaltung einschließlich eines zeitgemäßen Beleuchtungskonzeptes sowie mit einem Holzparkettboden werden im Kirchenraum gänzlich neue Raumakzente gesetzt. Die zentralen Gestaltungselemente an der „Seite des Sonnenaufganges“ bilden das schlichte, mächtige Holzkreuz sowie vier neue große Buntglasfenster. Der bildnerischen Künstlerin Mag. Birgit Zagler gelang die beeindruckende Gestaltung von drei Fenstern mit den Motiven Advent/Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Susanne Stadlbauer ihrerseits entwarf mit viel Kunstsinn das vierte Fenster als „Tabernakelfenster“. Eine neue Altargruppe, eine Holzstele mit der Muttergottesstatue, Holzbänke im Mittelschiff und Holzstühle im linken und rechten Seitenschiff runden das harmonische Bild des neuen Kirchenraumes ab. Durch seine Neuanordnung kommt der alte, holzgeschnitzte Kreuzweg eines Vorarlberger Künstlers zu ganz besonderer Geltung. Dies gilt auch für die von Pfarrer Eduard Schipfer gespendete Statue der Heiligen Familie die ihren neuen zentralen Platz im Ambo erhielt. Durch die vielfältige Licht- und Projektionstechnik bietet der neue Kirchenraum auch ausreichend Möglichkeiten zu Ausrichtung von verschiedensten Veranstaltungen.


Ministranten, Jungschar, Jugend, Familienrunde, Senioren, Katholische Arbeitnehmerbewegung, Theatergruppe, Bibelrunde, u.v.m. gestalten auch noch 55 Jahre nach der Kirchengründung ein vielfältiges Gemeindeleben und fördern den liturgischen und sozialen Geist in der Familienkirche. Die Feiern der heiligen Eucharistie sind jeweils am Sonntag um 9:30 und Mittwoch um 18:30. Die Zeiten des Rosenkranzgebetes, der Beichtgelegenheit, der Kreuzwege und Maiandachten sowie von Vorträgen und Veranstaltungen sind im Schaukasten vor der Kirche, am Anschlagbrett, im Pfarrblatt WIR bzw. auf der Homepage der Familienkirche (www.schmuckerau.at) ersichtlich.


So steht dieses Gotteshaus mit seinem schlichten Glockenturm, der im Jahre 2001 von Frau Mag. Birgit Zagler künstlerisch gestaltet wurde, als Zeichen Gottes und des katholischen Glaubens der Menschen in der Schmuckerau. Es zeugt davon, dass die Familienkirche eine Teilgemeinde der Haupt- und Propsteipfarre Wiener Neustadt, des Dekanats Wiener Neustadt, des Vikariates unter dem Wienerwald, der Erzdiözese Wien und der Weltkirche ist.


Wiener Neustadt, am Patroziniumsfest,
31. Dezember 2017
Karl Watz und Karl Fitsch

Kuraten der Familienkirche
(Stand: Jänner 2018)
Propstpfarrer der Haupt- und
Propsteipfarre Wiener Neustadt
(Stand: Jänner 2018)
Herbert Winter 10/61-1/62 Leopold Uhl 1958
Hermann Hofer 2/62-8/68 Arnold Dolezal 9/58-8/71
Heinrich Hahn 9/68-8/80 WB Florian Kuntner 9/71-8/87
Hermann Krexner 9/80-8/84 Heinrich Hahn 9/87-9/03
Eduard Schipfer 9/84-8/88 Wilhelm Müller 10/03-9/10
Anton Faber 9/88-8/89 Karl Pichelbauer 10/10-
Joszef Smolinski 9/89-8/91
Josef Grünwidl 9/91-8/93
Paul Jachim 9/93-8/96
Otto Piplics 9/96-8/01
Bernhard Pokorny 9/01-8/04
Peter Wilfling 9/04-8/05
Adrian Kacerik 9/05-8/07
Peter Ramsebner 9/07-8/11
Martin Sumec 9/11-8/13
Tom Kruczynski 9/13-8/17
Ivan Levko 9/17-